Philosophie

Die Philosophie von TibiaPress

Grundsätze

Der Verlag TibiaPress konzentriert sich auf Bildung und Pädagogik. Bildung lässt sich, ebenso wie das Lernen überhaupt, nicht auf spezielle Orte und Zeiten eingrenzen. Dies beschreibt die Bandbreite möglichen Engagements ebenso wie die Ausdehnung unserer Zielgruppen.

Wir wollen Menschen dabei unterstützen, Schöpfer und Verantworter ihres eigenen Lebens zu werden.

Lernen mit Medien

Pädagogische Sachbücher zu konzipieren oder zu verlegen ist Übersetzungsarbeit: Fakten, Informationen und Zusammenhänge (von oftmals komplizierten politischen, wissenschaftlichen oder kulturellen Themenbereichen) sollen für die jeweilige Zielgruppe packend, verständlich und Neugier auf mehr weckend aufbereitet werden. Im Gegensatz zu Fachbüchern werden jedoch bei Lern-Büchern die Wege der Aneignung von Kenntnissen und Wissen gleich mit vorgeschlagen. In der Regel wird diese Aneignung in der Gruppe erfolgen, zumindest aber im Dialog mit dem Buch. Sachbücher sollten wie pädagogische Bücher immer dialogische Schriften sein.

Schulbücher (in noch stärkerem Maße Publikationen für den Nachmittagsmarkt) geben ebenfalls einen Lernweg vor, aber meist eben nur einen Weg. Und vor allem immer einen sehr engen Zielkorridor: Abfragbarkeit und Überprüfbarkeit zum Zwecke der Benotung. Schulbücher können prinzipiell auch nicht mehr leisten, weil sie den jeweils geltenden Lehrplänen unterworfen sind. Unsere Arbeit orientiert sich hingegen, in erster Linie an den Interessen der Benutzer und an aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen um möglichst breite Lernangebote zu liefern. Das betrifft Inhalte genauso wie nutzbare Medien (vom Papier zum Internet) bis hin zu Methoden (vom Buchlesen bis zum Blogschreiben).

Lernen, wie geht das?

Lernen soll sich nicht als ein von außen (durch Drohung mit der Aussonderung) aufgezwungener Lernprozess abspielen (oder als hirnlose Paukerei für eine gute Note). Lernen soll, an den Interessen der Lernenden anknüpfend, über eigene Erfahrungen, durch Erspielen, Ausprobieren, Untersuchen und eine eigenständige Hypothesenbildung einen Gegenstand einkreisen und nach kritischer, persönlicher Wertung und praktischer Überprüfung das eigene Handlungsrepertoire erweitern. Ein solches Lernen wird seit langem von vielen Reformpädagogen gefordert. Der Verlag ist reformpädagogisch ausgerichtet, lässt sich aber von keiner reformpädagogischen Richtung vereinnahmen.

Lernen, und wozu?

Schulisches Lernen dient natürlich auch der Statussicherung und der sozialen Behauptungsfähigkeit in unserer Gesellschaft. Deshalb engagiert sich der Verlag auch im Bereich der Vermittlung des dafür unumgänglichen Lernstoffes. Wer behauptet, zu wissen, welche Kenntnisse in 15 Jahren einen guten Beruf garantieren, verbreitet gefährliche Illusionen.

Schon allein deswegen muss Lernen immer der maximalen Entfaltung der natürlichen Anlagen eines Menschen dienen, sodass er ein reiches und erfülltes Leben zu genießen imstande ist und auch die Verantwortung für seinen eigenen Lebensentwurf übernimmt. Materialien, Ideen und Methoden für ein solches Lernen zu finden, mitzuentwickeln und zu verbreiten, ist eine der wichtigsten Aufgaben des Verlages.

Lernen, das geht nur mit anderen!

Ein erfülltes Leben ist nur in der Gemeinschaft mit anderen möglich. Lernen muss also auch heißen, soziale Kompetenzen und Basisqualifikationen (Teamfähigkeit, Fähigkeiten zu eigener Recherche, Entwicklung von Problemlösungsstrategien usw.) zu erwerben. Dabei wird in der Regel auch ein zweiter Prozess in Gang gesetzt: Toleranz gegenüber anderen und der kritische Blick auf sich selbst, die Erkenntnis, dass niemand im Besitz der alleinigen Wahrheit ist und niemand das Recht hat, seine Person, womöglich sogar mit Gewalt, beherrschend durchzusetzen. Dies gilt natürlich noch viel stärker auf der Ebene von Staaten und Nationen.
Die Entwicklung all dieser Kompetenzen ist integraler Bestandteil unserer Arbeit. Stichworte dafür sind: Konstruktivistischer Ansatz, Projektarbeit, fächerübergreifende, epochale Ansätze, Handlungsorientierung, um nur einige plakative Schlagworte zu nennen.

Alle diese inhaltlichen Ziele wollen wir auch im internen Umgang miteinander und als arbeitende Menschen umsetzen, vor allem aber auch gegenüber unseren Kunden, den Käufern unserer Bücher und besonders gegenüber allen, die sich unsere Ideen zueigen gemacht haben.

Wilfried Stascheit
Gründer, Verleger
(1981-2006 im Verlag an der Ruhr)

(Urfassung von 1993, leicht aktualisiert für TibiaPress und die Agentur Ratschlag und Bildung im März 2009)

Dein Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Felder mit einem Stern * müssen ausgefüllt werden.

*


Spam protection by WP Captcha-Free